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Mittwoch, 30. Juni 2010 |
Sehr geehrte Damen und Herren,
das sogenannte „Sommerloch“ wurde in Mainz von einem Thema beherrscht, das uns wieder das
wahre Gesicht der Rathaus-Koalition offenbart. Lukas Augustin, Geschäftsführer der MAG, war
den Ampel-Koalitionären bei der Durchsetzung ihrer eigenen personalpolitischen Interessen im
Wege.
Sein am 30.08.2010 endender Arbeitsvertrag wurde nicht verlängert um den derzeitigen Wirtschaftsdezernenten Ringhoffer FDP mit dem Salär eines Geschäftsführers „versorgen“ zu können, da dieser wiederum den politischen Ambitionen seines Parteifreundes Christopher Sitte im Wege steht, der selbst Wirtschaftsdezernent werden möchte. Lukas Augustin hat für seine Amtsführung die volle Rückendeckung des CDU-Kreisvorstandes.
Fast zehn Jahre lang war seine hervorragende Arbeit für die Entwicklung der Stadt allgemein anerkannt.
Viele Projekte hat die MAG für die Stadt gestemmt. Exemplarisch seien nur Römerpassage,
Taubertsbergbad, Sanierung des Hilton, Neubau des Verwaltungsgebäudes für ZDFEnterprises
und die neue Synagoge genannt. Lukas Augustin hat aber auch die Finger von Entwicklungsvorhaben
gelassen, die finanziell für die MAG zum Desaster geworden wären. Ihm jetzt
auf einmal eine magere Bilanz vorzuwerfen und die Schuld der fortwährenden Verzögerung des
Winterhafenprojektes zu geben, ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Die Bremser sitzen belegbar in den Reihen der Ampelkoalition.
Das die Ampelkoalition jetzt mit den angeblichen „früheren Gepflogenheiten“ aufräume, nach
denen die Besetzung der Geschäftsführerpositionen ausschließlich dem Parteienproporz folge, ist
doch reine Augenwischerei. SPD-nahe Geschäftsführer mögen wohl aufgrund ihrer politischen
Linientreue in ihr Amt gekommen und nach belieben geräuschlos auch wieder entlassen worden
sein. Der Volljurist Lukas Augustin war jedoch der einzige Geschäftsführer einer stadtnahen Gesellschaft, der nach einer erfolgten Ausschreibung in seine Position kam. Sein berufliches Können hat er vorher als Jurist bei einem großen Mainzer Unternehmen unter Beweis gestellt. Ob sein von der Ampel-Koalition ausgesuchter Nachfolger die gleichen beruflichen Qualifikationen mitbringe, muss erst noch bewiesen werden. Der CDU jetzt vorzuwerfen, sie stünde in der Schmollecke lenkt doch nur vom eigenen Versagen ab. Unsere konstruktiven Vorschläge werden ein ums andere Mal von der Rathausmehrheit abgebügelt. Ob wir es wollen oder nicht: Der Ton im politischen Umgang miteinander wird merklich rauer.
Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Reichel
Vorsitzender der CDU Mainz
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