CDU fordert, ursprüngliche Bestimmung der Steinhalle wiederherzustellen

05.05.2021
Pressemitteilung der Fraktion

Steinhalle sollte nur interimsweise vom Landtag als Plenarsaal genutzt werden; nun steht der Vorwurf des Wortbruchs im Raum

Nachdem der damalige Landtagspräsident Joachim Mertes im Jahr 2016 versprochen hat, dass die Steinhalle nach der Interimsnutzung durch den Landtag wieder seiner ursprünglichen Bestimmung übergeben werde, kann davon bei seinem Nachfolger Hendrik Hering nun keine Rede mehr sein. Stattdessen plant das Land die Teilnutzung durch ein „Reallabor Demokratie“.

Wie der kulturpolitische Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion Dr. Markus Reinbold erklärt, zeige die Empörung der Freunde des Landesmuseums, des Mainzer Altertumsvereins und des Deutschen Verbandes für Archäologie, dass von einer transparenten Planung unter Einbeziehung aller relevanten Gruppen nicht die Rede sein könne. Für ihn stehe der Vorwurf des Wortbruchs im Raum. „Soll ein Demokratiebewusstsein gedeihen, wenn gleichzeitig das einzigartige römische Erbe in Gestalt wertvoller Steindenkmäler wie der Jupitersäule zum Teil versteckt wird?“, fragt Dr. Reinbold. Außer Allgemeinplätzen liege bislang keinerlei Konzept zur zukünftigen Nutzung der Steinhalle vor. „Die Verlautbarung der Generaldirektion Kulturelles Erbe zur Neukonzeption der gemeinsamen Nutzung durch Landtag und Landesmuseum klingt eher nach einem Sammelsurium, bei dem historisch wertvolle antike Relikte der alten Bestuhlung des Mainzer Landtags weichen sollen und dem Museum umfangreiche Ausstellungsflächen verloren gehen“, so Dr. Reinbold. Die Positionierung der Museumsdirektorin sei öffentlich nicht bekannt.

„Fest steht: Vertrauen ist zerstört worden, die Einbeziehung des Freundeskreises bleibt bislang ein Lippenbekenntnis“, betont Dr. Reinbold. Auch die Öffentlichkeit habe ein Recht darauf, frühzeitig und transparent nicht nur über die Planungen informiert, sondern auch am Diskussionsprozess beteiligt zu werden. Demokratieförderung sei wichtig und habe in Mainz mit dem „Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz“ einen sichtbaren Ort. „Wer Demokratie glaubhaft fördern will, sollte zudem in seinem eigenen Wirkungsbereich damit anfangen: nämlich der Einbeziehung der Öffentlichkeit und ehrenamtlich engagierter Bürgerinnen und Bürger – und nicht mit Entscheidungen nach Gutsherrenart!“, kritisiert Dr. Reinbold. Noch sei es nicht zu spät, die Position auf Seiten des Landes zu überdenken und einen Konsens mit den Kritikern herzustellen. Dies werde nur gelingen, wenn die Steinhalle wieder ausschließlich musealen Zwecken zur Verfügung stehe.

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