Parken wird in Mainz mehr und mehr zur Herausforderung

25.05.2022

Hohe Strafzettel für Anwohner / CDU fordert, Flächen als Parkplätze auszuweisen

An einigen Stellen der Stadt wurde das Parken auf Gehwegen bisher unter der Prämisse
geduldet, dass niemand behindert wird. In der Rheinallee und in manchen Straßen der
Oberstadt konnten die Anwohnerinnen und Anwohner bis jetzt aber auch zwischen den
Bäumen parken. Seit zwei Monaten verteilt die Stadt an diesen Stellen jedoch hohe
Strafzettel. Der Kreisvorsitzende der CDU Thomas Gerster ist empört über dieses
Vorgehen. „Diese Maßnahme ist ein weiterer Schritt der Verwaltung, die Autos aus Mainz
zu verbannen“, so Gerster. Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne) schränke aus
ideologischen Beweggründen den Parkraum in Mainz immer weiter ein, ohne Alternativen
anzubieten. „Das ist reine Schikane gegen die Mainzer Bürgerinnen und Bürger, die auf
ihr Auto angewiesen sind“, sagt Gerster. Er fordere die Stadt auf zu prüfen, ob an den
betroffenen Stellen durch parkende Autos eine Behinderung entstehe. Sei dies nicht der
Fall, seien die Stellen als Parkplätze auszuweisen. Dass eine solche Prüfung nicht schon
vor Jahren durchgeführt worden sei, sei für ihn grob fahrlässig. „Es kann nicht sein, dass
die Stadt jahrelang die Augen vor der Situation verschlossen hat und nun die
Anwohnerinnen und Anwohner zur Kasse bittet“, kritisiert Gerster.
Auch der stellv. Ortsvorsteher der Oberstadt und Stadtratsmitglied Ludwig Holle findet
dieses Vorgehen fragwürdig. „Es ist enttäuschend, dass die Stadt ein jahrelang
geduldetes Verhalten von heute auf morgen unterbindet und die Betroffenen nicht
hinreichend darüber informiert“, erklärt Holle. Das zeuge von schlechtem Stil und einem
respektlosen Umgang miteinander. Er sei von einigen Anwohnerinnen und Anwohnern auf
die Situation angesprochen worden, die ihren Unmut über das Vorgehen der Stadt
ausgedrückt haben. „Die Stadt hätte mit ihnen kommunizieren müssen und vor allem hätte
sie Alternativen zum Parken schaffen müssen, bevor sie die Autos von den gewohnten
Stellplätzen plötzlich verbannt“, sagt Holle. Wie immer seien die Autofahrer in Mainz ratlos
zurückgelassen worden und müssten nun sehen, wie sie zurechtkommen. „Wie fordern,
dass die Stadt die Situation noch einmal überprüft und eine Lösung findet, die für alle
Beteiligten zufriedenstellend ist“, so Holle abschließend.